Tennisellenbogen: Wenn der Ellbogen bei jedem Handgriff schmerzt
Eine Türklinke drücken, eine Kaffeetasse anheben, die Hand zum Gruss ausstrecken - Bewegungen, die im Alltag völlig selbstverständlich sind. Wenn jedoch ein stechender Schmerz an der Aussenseite des Ellbogens auftritt, sobald man zugreift oder das Handgelenk streckt, steckt häufig ein Tennisellenbogen dahinter.
Was ist ein Tennisellenbogen?
Der Tennisellenbogen, medizinisch Epicondylitis humeri radialis, ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze der Unterarmstrecker am äusseren Knochenvorsprung (Epicondylus radialis) des Ellbogens. Trotz des Namens hat die Erkrankung in den meisten Fällen nichts mit Tennis zu tun - nur rund 5 % der Betroffenen sind Tennisspieler. Weitaus häufiger entsteht das Beschwerdebild durch repetitive Bewegungen im Beruf oder Alltag, etwa bei der Arbeit am Computer, im Handwerk oder im Haushalt.
Ursachen: Überlastung statt Sport
Ursächlich ist eine chronische Überlastung der Sehnenansätze, insbesondere des Musculus extensor carpi radialis brevis. Durch wiederholte, gleichförmige Belastung entstehen feine Mikroverletzungen im Sehnengewebe, die nicht ausreichend Zeit zur Ausheilung erhalten. Mit der Zeit kommt es zu degenerativen Veränderungen der Sehne (Tendinose) statt zu einer klassischen Entzündung - weshalb rein entzündungshemmende Massnahmen allein oft nicht ausreichen.
Betroffen sind meist Personen zwischen 35 und 55 Jahren, häufig in Berufen mit sich wiederholenden Greif- und Hebebewegungen.
Typische Symptome
- Schmerzen aussen am Ellbogen, die in den Unterarm ausstrahlen können
- Druckschmerz über dem äusseren Knochenvorsprung
- Schmerzverstärkung beim Zugreifen, Händeschütteln oder Anheben von Gegenständen
- Kraftverlust der Hand, z. B. beim Öffnen von Flaschen oder Gläsern
- In hartnäckigen Fällen: Dauerschmerz auch in Ruhe
Diagnose
Die Diagnose lässt sich meist bereits durch die klinische Untersuchung stellen: typischer Druckschmerz über dem Epicondylus radialis sowie Schmerzprovokation bei Streckung des Handgelenks gegen Widerstand. Ergänzend kann ein Ultraschall Sehnenveränderungen sichtbar machen. Ein MRI wird nur bei unklaren oder therapieresistenten Verläufen ergänzend eingesetzt, um andere Ursachen auszuschliessen.
Behandlung des Tennisellenbogens
Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen lässt sich ein Tennisellenbogen konservativ erfolgreich behandeln. Zu den bewährten Massnahmen zählen:
- Vorübergehende Schonung und Anpassung belastender Bewegungsabläufe
- Physiotherapie mit gezieltem, exzentrischem Krafttraining der Unterarmstrecker
- Epicondylitis-Spange zur Entlastung des Sehnenansatzes
- Stosswellentherapie zur Anregung der Sehnenheilung
- Gezielte Infiltrationen bei ausgeprägten Beschwerden
Erst wenn diese Massnahmen über mehrere Monate nicht zum gewünschten Erfolg führen, kommt eine operative Behandlung in Betracht. Dabei wird das geschädigte Sehnengewebe minimalinvasiv oder arthroskopisch entfernt beziehungsweise angefrischt, um die Heilung anzuregen.
Wie lange dauert die Genesung?
Die Heilung eines Tennisellenbogens braucht Geduld: Da es sich um einen degenerativen Sehnenprozess handelt, ist mit einer Behandlungsdauer von mehreren Wochen bis Monaten zu rechnen. Eine frühzeitige fachärztliche Abklärung hilft, den Verlauf zu verkürzen und chronische Verläufe zu vermeiden.
Abgrenzung zum Golferellenbogen
Nicht jeder Ellbogenschmerz ist ein Tennisellenbogen. Schmerzen an der Innenseite des Ellbogens deuten eher auf einen Golferellenbogen hin. Eine genaue Untersuchung ist wichtig, um die passende Therapie einzuleiten.
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Ein Tennisellenbogen kann den Alltag spürbar einschränken - mit der richtigen Diagnose und einer konsequenten, individuell abgestimmten Therapie sind die Heilungschancen jedoch sehr gut. ORTHO ZÜRICH begleitet Sie fachärztlich durch den gesamten Behandlungsprozess.

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